Leidenschaftlich für Vernunft, auch wenn der Populismus lärmt

Immer wieder kann man in diesen Zeiten der Extreme – nicht nur der politischen Extreme, sondern auch der extremen Veränderungen etwa durch die Digitalisierung, und der extremen Herausforderungen etwa durch neue Ideologien – hören, dass die politische Mitte ausgedient habe, dass mit dem “Vernunft-blabla” Schluss sein müsse, weil es nicht attraktiv genug sei, sich nicht durchsetzen könne, oder sogar weil es falsch sei.

Nun, dass Vernunft falsch sei, das schließe ich aus. Die Einsicht ist nicht schwierig, dass sich jedes Gegeneinander über kurz oder lang rächt, dass ein Nebeneinander kaum eine Generation lang hält, und auf keinen Fall länger, und dass das Ziel menschlichen Zusammenlebens ein gutes Miteinander ist. Menschen aufgrund bestimmter Eigenschaften – und nicht aufgrund bestimmter Verhaltensweisen oder Taten – pauschal in Frage zu stellen, pauschal zu verdächtigen, pauschal zum Feindbild zu erklären, ist ebenfalls einfach, aber falsch.

Das Paradoxon ist: So einfach die Einsicht sein mag, dass wir ein gutes Miteinander brauchen, so schwierig ist es, das zu vermitteln und zu erreichen – besonders dann wenn rundherum der Populismus lärmt; besonders dann, wenn autokratische Verhaltensweisen das bessere Ende für sich zu haben scheinen. Aber genau dafür braucht es verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger, die ganz bewusst der Vernunft den Vorzug geben, die sich ganz bewusst manchmal für einen Moment zurückhalten, um das große Ganze zu sehen und diesem zu dienen – durch politisches Engagement.2017-02-11-rubio-bild

Ich kenne Marco Rubio nicht persönlich. Und auch aufmerksame Beobachter, die mehr von der US-Politik wissen als ich, haben vor einem guten Jahr, als noch kaum jemand im Ernst daran geglaubt hat, dass Donald Trump Präsident werden könnte, Rubio im Eck der allzu konservativen Republikaner gesehen… (Heute würden sie vielleicht viel dafür geben, statt Trump nun Rubio als Hausherr im Weißen Haus zu wissen.) Ich hatte diesen Eindruck von Rubio selbst nie, aber ich bin geneigt, dem Urteil von Fachleuten, die sich in eine Sache “hineintigern”, zu vertrauen.

Aber auch wenn eine einzelne Rede einen Politiker noch nicht voll und ganz definiert, gilt für mich: Mit dieser aktuellen Rede zeigt Rubio, die mir meine Frau Kristina gestern geschickt hat, was mit der Mitte, zu der unweigerlich auch Debattenkultur gehört, gemeint sein kann. Und das gilt nicht nur für die USA. Das gilt für uns alle. – Insofern lohnt es sich, für die Mitte einzutreten, und im Sinne der Vernunft politisch zu arbeiten, nicht nur auf der Basis von hehren Idealen, sondern auch im ganz praktischen und dauerhaften Eigeninteresse unserer Gesellschaft. Extreme sind aus meiner Sicht keine Alternative. So macht es auch Spaß, leidenschaftlich für den Weg der Vernunft zu werben. Ich bin auch fest überzeugt davon, dass die allermeisten Menschen in echter Freiheit und gesichertem Frieden leben wollen.

Ihr/Dein/Euer
Lukas Mandl

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