“Alle gegen Kurz”: Ein Slalom aus Widersprüchen

Die vergangenen Tage zeigen wie im Zeitraffer, wie vernünftige Leute in der Politik attackiert werden können – durch in sich unschlüssige, durch polemische oder schlicht boshafte Kommentare. – Schön ist, dass Sebastian Kurz sich von solchen Zangenangriffen schon bisher nicht von seiner konstruktiven Arbeit hat abbringen lassen. Daran wird sich nichts ändern.

Ich kenne – mich selbst eingeschlossen – nach bald zweieinhalb Jahrzehnten in der Politik keine und keinen, die oder der besser zuhören kann und andere Meinungen mehr in Entscheidungen integriert als Sebastian Kurz.

Aber es geht – wie immer in der Politik – darum, böse gemeinte Äußerungen von gut gemeinten Äußerungen zu unterscheiden. Zu den böse gemeinten gehören jene sieben, die ich hier reflektiere, sie lesen sich wie ein Slalom zwischen wechselweise widersprüchlichen Behauptungen (“Alle gegen Sebastian Kurz, aber wirklich alle”, lautet eine Zwischenüberschrift im aktuellen Blog-Beitrag des Ö1-Redakteurs Stefan Kappacher, besser kann man die Angriffe wohl kaum zusammenfassen):

(1)

Noch bis Dienstag hat der Kanzler Sebastian Kurz niveaulos attackiert oder attackieren lassen. Am Mittwoch hat der Vizekanzler seinen Rücktritt angekündigt. Der Kanzler möchte aber gerne Kanzler bleiben und vor der Wahl, die er so gern für sich entscheiden will, keinesfalls in Frage gestellt werden. Also hat er am Mittwoch Sebastian Kurz ein “Angebot” gemacht, einfach weiterzumachen. Dieses “Angebot” hat ausgerechnet derjenige gemacht, der ständig von “Veränderung” redet, aber noch überhaupt nichts an Veränderung zusammengebracht hat. So hat auch das “Angebot” das Gegenteil von einem Willen zur Veränderung signalisiert: “Weiterwurschteln”!

Es war doch klar, dass das “Angebot” nicht ganz ehrlich und nicht ernst zu nehmen ist. Ich bin froh, dass ich von ganz vielen Bürgerinnen und Bürgern genau diese Einschätzung schon am Mittwoch und seitdem als Rückmeldung gehört habe.

(2)

Da Sebastian Kurz wirklich die notwendigen Veränderungen will und noch nie darauf geachtet hat, was populär ist, sondern immer darauf, was vernünftig, richtig und wichtig ist, hat er das “Angebot” wertschätzend und schnell beantwortet. Er ist sich treu geblieben: Statt mit einer anderen Partei etwas auszumauscheln hat er offensiv allen Landsleuten die Hand gereicht und für die anstehenden Veränderungen den Weg bereitet. Er hat Demokratieverständnis bewiesen: Große Veränderungen sind nicht durch Mauscheleien hinter verschlossenen Türen möglich, sondern sie müssen von der Bevölkerung ausgehen. In einer Demokratie sind dafür Wahlen vorgesehen.

Dennoch haben hämische Kommentare nach der Rede einfach behauptet, Sebastian Kurz würde so tun, als könne er allein Wahlen ausrufen. Wer sinnerfassend hören kann, kann so etwas einfach nicht behaupten, ohne es bewusst anders darzustellen als es ist. Deshalb ist es immer wertvoll, die originalen Statements von Sebastian Kurz zu verbreiten, nicht übelwollende Interpretationen. Auf meiner Facebook-Seite hat nie zuvor ein politisches Posting so schnell so viele Likes bekommen wie die Originalrede von Sebastian Kurz am Freitag. Das lässt mich hoffen.

(3)

Dabei hat er mehr als jeder andere Parteichef der ÖVP oder einer anderen Partei in Gegenwart und Geschichte wertschätzend über die beiden Kanzlerkandidaten Kern und Strache gesprochen. Das ist guter Stil, und beweist eine besondere menschliche Größe angesichts der Bosheiten, mit denen Sebastian Kurz attackiert worden war und bis zur Stunde weiter attackiert wird. Ich bin davon überzeugt, dass genau diese Attacken sich selbst richten, eben weil Sebastian Kurz einen neuen und wertschätzenden Stil praktiziert.

(4)

Da das “Angebot” an Sebastian Kurz als Spitzenpersönlichkeit der ÖVP gerichtet gewesen war, hat Sebastian Kurz am Freitag auch klar gemacht, dass er seine Position darlegen kann, aber nicht jene der gesamten ÖVP. Nicht zuletzt das beweist echte Bescheidenheit.

Statt das anzuerkennen versuchen wird von manchen Verbalangreifern versucht, Sebastian Kurz gerade jene menschlichen Qualitäten, die ihn trotz riesiger Erfolge in Österreich und Europa immer “auf dem Teppich” wandeln lassen, abzusprechen. Wer ihn selbst erlebt, weiß, wie gemein und falsch solche Angriffe sind. Deshalb bin ich zuversichtlich.

(5)

Und Sebastian Kurz hat ehrlich gesagt, dass er für die Führung der ÖVP ganz bestimmte Freiheiten braucht. Wer die ÖVP kennt und weiß, was diese Gemeinschaft für Land und Leute leisten kann, wenn sie gut geführt wird, weiß auch, dass auch dieser Hinweis von Sebastian Kurz vernünftig ist. Die Klarheit über die Freiheiten, die Sebastian Kurz braucht, wenn die ÖVP ihn will, ist eine Dienstleistung für die Volkspartei und für Österreich. Führen heißt nicht Herrschen. Führen heißt Dienen! So lebt es Sebastian Kurz seit Jahr und Tag. Er dient. Und er tut der ÖVP und Österreich einen guten Dienst, wenn die Regeln für unsere Gemeinschaft für alle transparent sind. Dass die Regeln demokratisch beschlossen werden ist selbstredend.

Dennoch wird – ganz offenkundig wider besseres Wissen – versucht, das Sebastian Kurz “Leadership durch Dienst” in sein Gegenteil umzudeuten. Das wird nicht gelingen – da bin ich ziemlich sicher.

(6)

Sebastian Kurz sucht den Kontakt zu allen Menschen und führt viele Gespräche. Was er in diesen Gesprächen vornehmlich tut ist, zuzuhören. Er hört zu. So bildet er sich Meinungen. Das führt zu guten Entscheidungen, das lässt Vertrauen wachsen.

Nun haben manche Attacken zum Inhalt, dass dieser oder jener Kontakt unüblich sei, wenn es etwa um offene Gespräche auch mit Menschen vom politischen Mitbewerb geht. Aber gerade davon brauchen wir doch mehr: offensive Kontaktaufnahmen gerade auch mit Menschen, die eine andere politische Meinung haben. Daher gehen auch diese Angriffe ins Leere, vermute ich.

(7)

Eine Partei ist nicht Selbstzweck, sie muss eine Dienstleisterin für die Bürgerinnen und Bürger sein. Die ÖVP hat viele gute Voraussetzungen für gute Dienstleistungen – und erbringt diese auf vielen Ebenen ja tagtäglich. Aber die Struktur und die personelle Aufstellung der ÖVP hemmen die politische Dienstleistung qualitativ und quantitativ. Die von Sebastian Kurz eingeforderten Regeln sorgen für Öffnung, Bürgernähe, Breite, Professionalität und dafür, dass die Dienstleistung voll zur Geltung kommt.

Teils dieselben Angreifenden, die kritisieren, dass das alles anders werden soll, weil sie das Leadership von Sebastian Kurz umdeuten wollen, behaupten gleichzeitig, dass die ÖVP ja so lange in der Regierung sei, und es deshalb gar nicht möglich sei, etwas zu ändern… Also was nun? Ist es zu viel oder zu wenig Veränderung? Mein Eindruck ist: Es ist gerade richtig – und ganz viele Menschen in Österreich nehmen das auch wahr.

Ihr/Dein/Euer
Lukas Mandl

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